Seminar-Zugang zum Seminar Zwangsstörungen

Zwangsstörungen

Seminarzugang Zwangsstörungen

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ART.-NR.: KMP-01165-V7V7V1
KATEGORIE: SEMINARZUGANG
SCHLÜSSELWORTE: SEMINARZUGANG, ZWANG

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Zwangserkrankungen sind in Deutschland die vierthäufigste psychische Störung. Betroffenen sind die Zwänge meistens sehr peinlich, da es ungewöhnliche und von anderen kaum zu verstehende Handlungen sind. Man will schließlich nicht als verrückt angesehen werden. Es gibt eine hohe Dunkelziffer an Betroffenen. Die Zwänge beginnen oft schon sehr früh: 20% in der Kindheit, 65% vor dem 25. und 85% vor dem 35. Lebensjahr. Es entspricht leider immer noch einer traurigen Tatsache, dass die schwer eingeschränkten Patienten oft erst nach 7 Jahren an einen qualifizierten Psychotherapeuten geraten und dann adäquat behandelt werden.

In diesem Seminar werde ich aus mir vorliegenden Behandlungstechniken und der langjährigen Praxis folgende Schwerpunkte behandeln:
  • 1. In Anlehnung an die Arbeiten von Hofmann und Hoffmann werde ich die zentralen Wirkmechanismen bei Expositionen als Subjektkonstitution erläutern. Es ist damit ein Vorgang gemeint, bei dem sich ein Patient unter dem Einfluss einer Reizkonfrontation auf der kognitiven, emotionalen und volitionalen Ebene aktiv so umorganisiert, dass er kurzfristig die Situation bewältigen kann und langfristig erlebt, dass die zentralen zwanghaften Phänomene, die Gedanken und Affekte in den Hintergrund treten. Die Implikationen dieses Modells für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Expositionen wird erläutert.
  • 2. Dank der neuen Arbeiten der Gruppe um Steffen Moritz werde ich das „Metakognitive Training“ vorstellen. Damit wird beabsichtigt, die Denkverzerrungen offenzulegen, die am Zustandekommen der Zwangsstörung beteiligt sind. Außerdem erhalten wir dadurch erfolgreiche Strategien, die „Denkfallen“ zu entschärfen. Ein weiterer neuer Ansatz der Gruppe um Moritz ist „Assoziationsspaltung“ zur Reduktion der Zwangsgedanken, den ich mit Ihnen besprechen möchte.
  • 3. Aufgrund der phänomenologisch großen Heterogenität der Zwangsstörungen können schon innerhalb einer spezifischen Untergruppe die ätiologischen Unterschiede erheblich sein. Bei den meisten chronischen Verläufen finden wir eine einfache oder multiple Achse I und oft auch Achse II Komorbidität. Daraus ist dann ein hierarchisiertes Kausalitätsmodell unter Berücksichtigung der biografischen Entwicklung abzuleiten. - Ferner erfassen wir die intrapsychische und interaktionelle Funktionalität des Symptomverhaltens – der Zwang lebt ja im System und nicht nur im betroffenen Individuum. Es sind also - senu Iver Hand - systemische Aspekte in der Fallkonzeptualisierung zu berücksichtigen. (Hand, I. (2008) Strategisch-systemische Aspekte der Verhaltenstherapie: Eine praxisbezogene Systematik in ihren historisch-autobiografischen Bezügen. Springer, Wien, New York)
  • 4. Ein weiteres Modul wird die ausführliche Betrachtung und Vorgehensweise beim Thema „Magisches Denken“ sein. Es gibt in der Literatur dazu nur ganz wenige Beispiele, die einen brauchbaren Behandlungsansatz im Rahmen von Zwangssymptomen beschreiben. Das Thema kommt in der Praxis bei Zwangserkrankungen aber häufig vor. Umso wichtiger ist es für uns Therapeuten, den Betroffenen aus der Welt des magischen Denkens und den damit verbundenen Regeln herauszuführen und sie häufiger zu durchbrechen, um realitätsnahe Lösungsstrategien zu erlernen.
  • 5. ein Modul wird sich mit „Besonderheiten“ von Zwangskranken beschäftigen, die eine Akzentuierung in Richtung Zwanghafte Persönlichkeitsstörung haben. Dazu gehören auch Depersonalisationserscheinungen, Defizite in der körperlichen und mentalen Kohärenz, das zwanghaft-skrupelhafte Gewissen.

Das Seminar gibt einen Überblick darüber, mit welchen empirisch erprobten kognitiv-verhaltenstherapeutischen und konfrontativen Verfahren wirksam therapiert werden kann. Dabei werden verschiedene Fallbeispiele mit praktischen Lösungsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert. Ich möchte Sie dazu anregen, in Zukunft mehr Zwangspatienten zu übernehmen.
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Teilnahmegebühr
50,00 €